Neubau Gemeindezentrum Dalaas

Arge ARSP Architekten I DI Rike Kress | Dalaas | 2021

Die Gemeinde Dalaas erstreckt sich bandförmig an der Klostertaler Straße. Ziel des Entwurfs ist die Schaffung eines räumlich erlebbaren Gemeindezentrums als Treffpunkt und identitätsstiftender Mittelpunkt. Durch die Bündelung verschiedener Funktionen des täglichen Bedarfs entsteht ein stark frequentierter und belebter Ort mit neuer Dorfmitte.

Ein grundlegender Ansatz des Entwurfs ist es, die große Baumasse des Lebensmittelmarktes in die kleinteilige dörfliche Struktur zu integrieren. Gleichzeitig nimmt das Projekt Bezug auf die pittoreske Position der Heilig-Kreuz-Kirche, welche den Straßenraum visuell verjüngt und im direkten Sichtbezug zum neuen Dorfplatz steht.

Die Funktionen werden in drei klar ablesbaren Baukörpern organisiert, die sich um den Dorfplatz gruppieren und die flächige Baumasse des Marktes überspielen:

  1. Ein dreigeschossiger Baukörper für Gemeindeamt, Gastronomie, Bürgerservice und Infopoint.
  2. Ein Kopfbau auf dem Lebensmittelmarkt mit Präsenz zur Straße und Bushaltestelle unter der Auskragung.
  3. Das Bestandsgebäude als eigenständiger dritter Baukörper mit revitalisierten Nutzungen.

Der Lebensmittelmarkt flankiert mit großem Dachüberstand eine Seite des Platzes.

Zur Belebung des Dorfplatzes orientieren sich möglichst viele Zugänge der unterschiedlichen Nutzungen zum Platz. Auch die Aufgänge aus der Tiefgarage haben hier ihre Adresse.

Der oberirdische ruhende Verkehr wird entlang der Klostertaler Straße gebündelt, wodurch der Dorfplatz den Fußgängervorbehalten bleibt. Eine Durchwegung unterhalb der Dachauskragung bindet den Platz an den Grünraum der Alfenz an.

Im Gemeindeamt sind die Nutzungen geschossweise organisiert: öffentliche Bereiche wie Tagescafé, Bürgerservice und Touristeninformation im Erdgeschoss, Büroräume im ersten Obergeschoss sowie flexibel zusammenschaltbare Sitzungsräume im zweiten Obergeschoss.

Die Harmoniemusik ist als eigenständige Funktionseinheit im Kopfbau situiert. Sparkasse, zusätzliche Geschäftsflächen und der Krankenpflegeverein befinden sich im Bestandsgebäude.

Die neuen Gebäude sind konstruktiv und in ihrer Fassadenmaterialität in Holzbauweise konzipiert. Das Gemeindeamt wird als klar gerastertes Holzskelett mit einem Raster von 5 x 5 m ausgebildet und ermöglicht hohe Planungs- und Nutzungsflexibilität.

Auch der Sparmarkt wird in Holzbauweise vorgeschlagen. Holzträger mit Oberlichtern sorgen für natürliche Belichtung der Verkaufsflächen. Das Bestandsgebäude wird gestalterisch eingebunden, ein neues Attikaband nimmt die Materialität der Neubauten auf.

Die Haustechnik folgt einem Low-Tech-Prinzip mit kontrollierter Be- und Entlüftung, natürlicher Belüftung bei hoher Auslastung sowie Passivhauskomponenten. Auf dem Dach des Sparmarktes ist eine Photovoltaikanlage vorgesehen. Der Entwurf zeichnet sich insgesamt durch Wirtschaftlichkeit in Errichtung und Nutzung aus.

Typ: Gemeindezentrum – Wettbewerbsbeitrag
Ort: Dalaas, Vorarlberg
Zusammenarbeit: Arge ARS Architekten – DI Rike Kress
Nutzung: Gemeindeamt / Gastronomie / Bürgerservice / Tourismus / Lebensmittelmarkt / Bank / Vereinsnutzungen
Leistung: Wettbewerb / Entwurf
Baukörper: Drei Baukörper um neuen Dorfplatz
Konstruktion: Holzbauweise / Holzskelett
Besonderheiten: Dorfplatz / Bushaltestelle / Brunnen / Naturspielplatz / Tiefgarage
Energie: Photovoltaik / Low-Tech / Passivhauskomponenten
Status: Wettbewerb